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| Schwazer Bergbuch 1556 | Anfang 18. Jahrhundert | vor 1924 | heutige Ansicht |
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Die älteste Darstellung des Schneeberges, zu finden im Schwazer Bergbuch von 1556, ist ziemlich ungenau, der Maler war sicherlich nie persönlich am Schneeberg. Die Erwähnung einer "Schmiten" (Schmiede) und einer "Fleischpankh" (Metzgerei) ist jedoch von Bedeutung. Auf einer Abbildung aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sehen wir das Knappenkirchlein, die daran angebaute Herrenkaue und die Knappenkaue am ursprünglichen Mundloch des Martinstollens. Die Margarethenkaue unterhalb der Kirche und der gleichnamige Stollen sind durch die späteren stufenförmigen Aufschüttungen (aus dem Martinstollen) verschwunden, vom "ober Pucher" (Poch- und Waschwerk) am Bach sind heute kaum noch Spuren zu finden. Bachaufwärts hinter dem Pochwerk sehen wir die heute noch teilweise bestehende Siedlung am Bach (untere Kaue). Auf einem Geländevorsprung oberhalb dieser Siedlung finden wir die bereits erwähnte Fleischbank (Grundriss heute noch erkennbar) und - zentral gelegen, jedoch in respektvoller Entfernung zu den übrigen Gebäuden - den Pulverturm (heute Winterraum). Vor 1904 stand das alte Wirtshaus auf dem Platz östlich der Kirche. Die heute bestehenden Gebäude und Ruinen der Knappensiedlung St. Martin stammen mit Ausnahme der Kirche aus den Jahren um 1900 und verdanken ihr jetziges Aussehen einer großzügige Restaurierung (nach 1990). Alle Gebäude sind unterirdisch miteinander und mit dem Martinstollen verbunden. Die Pyramide gilt als das Wahrzeichen von Schneeberg und diente als Nullpunkt für die Vermessungen. Sie ist aus erzhaltigen Steinen errichtet und an der Spitze mit dem Symbol der Bergleute, dem Gezähe (Schlägel und Eisen) bestückt. Da die Pyramide durch Souvenirjäger arg in Mitleidenschaft geraten war, wurde sie in den 90er Jahren restauriert. Wenige Schritte unterhalb der Pyramide steht die Ruine des Arbeiterhauses (Knappenkaue, obere Kaue). Dieses Gebäude mit einer Gesamtlänge von über 60 m beherbergte die eigentliche Knappenkaue (45 m), eine angebaute Aufseherwohnung, einen Kompressorenraum, eine Schmiede und einen Waschraum, dahinter stand ein Pferde- und Maultierstall und in einer der nordöstlich gelegenen Baracken war seit 1956 ein Kino untergebracht. Auf dem großen Platz vor dem Arbeiterhaus verliefen mehrere parallel verlaufende Geleise (Flachstrecke). Nach dem 1. Weltkrieg wurden unter italienischer Führung Waschräume, Duschen und Toiletten angebaut; jetzt gab es im Haus auch einen "spaccio" (Laden) und einen "dopolavoro" (Freizeitraum). In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1967 brannte das Gebäude nieder (Schaden: 64.070.000 Lire). Der Großteil der 65 Knappen, die im Gebäude untergebracht waren, und der übrigen Belegschaft verließen noch am selben Tag den Schneeberg. Man vermutet Brandstiftung, da die neuen Unterkünfte bei der fast 1000 m tiefer gelegenen Erzaufbereitungsanlage in Maiern bereits fertiggestellt waren.
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